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»GOTTES KLEINER KRIEGER«: WIR LESEN!

Die Inszenierung »Gottes kleiner Krieger« hat zwar erst am 18. Mai 2013 Premiere, aber wir bereiten uns jetzt schon darauf vor. Und wie könnte man sich besser auf etwas vorbereiten, als ganz von vorne anzufangen, am Ursprung des Ganzen? Genau, wir lesen! Denn »Gottes kleiner Krieger« basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kiran Nagarkar und der ist stolze 704 Seiten dick und da muss man ja wirklich früh anfangen um rechtzeitig fertig zu sein. [mehr]

Gala

»Gala«: Vier Fragen an den Freiburger Darsteller Hector Schassmann

Ein Ensemble, 20 Darsteller, davon ein Drittel professionelle Tänzer und zwei Drittel Laien – mit der Aufgabe eine solche Gruppe zusammenzustellen, inszeniert Jérôme Bel zurzeit von Paris aus in den verschiedensten Städten von Brüssel bis Montréal sein Stück »Gala«, das einem genauen, von ihm vorgegebenen Konzept folgt.

Auch in Freiburg ist das Tanzstück des französischen Star-Choreograph nun am Donnerstag, 25. Mai 2017, im Rahmen des Bürgerbühnenfestivals »Art of the Cities« zu sehen. Ziel seiner »Gala« ist nicht die technische Perfektion, sondern vielmehr die Demokratisierung des Zugangs zum Medium Tanz.

Für die Umsetzung des Stücks in Freiburg erhielt die Koordinatorin des Projekts Alexandra Robok eine Art Protokoll von Jérôme Bel, in dem die verschiedenen zu besetzenden Rollen von ihm vorgegeben waren: Tanzprofis und Laien, Erwachsene und Kinder, Menschen mit Behinderung und andere mit besonderen Bewegungstalenten sollten für sein Stück gemeinsam auf die Bühne kommen.  Grundvoraussetzung für die Auswahl der Laiendarsteller war es, dass diese keinerlei Bühnenerfahrung haben sollten. Damit sollte verhindert werden, dass sie sich auf der Bühne nach tradierten Mustern bewegten. Vielmehr sollten sie ihre Bewegungen so ausführen, wie sie selbst die Musik hörten, wahrnahmen und fühlten.

Eine Schwierigkeit, die passenden Personen für das Stück zu finden, ergab sich daraus, dass Jérôme Bel sich gegen ein offenes Casting ausgesprochen hatte, um eine große Absagewelle – aufgrund der Personenbegrenzung des Ensembles – zu vermeiden. Nach einiger Recherchearbeit gelang es Alexandra aber schließlich 24 Personen mit entsprechenden Voraussetzungen zu finden und für die zweite Runde des Castings zu gewinnen. In dieser sollten die Bewerber jeweils eine Porträtaufnahme von sich, ein Ganzkörperbild in einem selbst zusammengestellten bunten und sportlichen Kostüm und ein zweiminütiges Video einreichen. Das Video sollte die Bewerber beim Tanzen zu einem von Ihnen ausgewählten Lied zeigen. Mithilfe dieses Materials wählte Jérôme Bel von Paris aus die für das Freiburger Ensemble passenden Bewerber aus.

Aus diesem Casting-Prozess ist eine virtuose und vielseitige Gruppe von Tänzern entstanden, die in »Gala« ihr eigenes, ganz individuelles Bewegungstalent unter Beweis stellen. Wenn Ihr also neugierig geworden seid, wie ein von so vielen Unterschieden geprägtes Ensemble auf der Bühne interargiert, dann lasst Euch »Gala« auf keinen Fall entgehen.

Eines der Mitglieder des von Jérôme Bel ausgewählten Freiburger »Gala« Ensembles ist Hector Schassmann. Für den 1948 geborenen Sozialwissenschaftler ist das Leben selbst ein »Oeuvre« und nicht nur ein bloßes Produkt. Das Mitwirken am Stück bedeutet für ihn eine Öffnung des Geistes und der Seele, wie er uns im Interview erzählt:

Was ist für Sie das Besondere an der Produktion?

Das Besondere ist für mich, dass in diesem Tanzstück Menschen aus ganz verschiedenen Lebenswelten zusammen kommen und ihre Erfahrungen und Gefühle miteinander teilen und das auf einer Bühne, die Intimität und Öffentlichkeit verbindet.

Was ist Ihnen vom Erarbeitungsprozess am meisten in Erinnerung geblieben?

Wichtig ist mir, die Heiterkeit und Sorglosigkeit der freien Bewegung in eine »sublime« Form zu bringen. Das setzt Energie frei und steigert den Selbstwert.

Was bedeutet es für Sie an der Produktion mitzuwirken?

Für mich bringt die Beteiligung eine Öffnung des Geistes und der Seele. Es ist zugleich Spiel und Ernst.

Welche Erwartungen haben Sie an das Bürgerbühnenfestival?

Ich habe Freude und verbinde damit die Hoffnung, die Bühne nicht nur als »Spektakel« zu erleben, sondern selbst aktiver Teil einer Performance zu sein. Es gibt mir die Möglichkeit, das Theater von «Innen» zu betrachten und den besonderen »urbanen Raum« auf der Bühne mit eigener Fantasie zu gestalten.

Aufführung: DO., 25.05.2017, um 20 Uhr im Großen Haus

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Allgemein

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