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»GOTTES KLEINER KRIEGER«: WIR LESEN!

Die Inszenierung »Gottes kleiner Krieger« hat zwar erst am 18. Mai 2013 Premiere, aber wir bereiten uns jetzt schon darauf vor. Und wie könnte man sich besser auf etwas vorbereiten, als ganz von vorne anzufangen, am Ursprung des Ganzen? Genau, wir lesen! Denn »Gottes kleiner Krieger« basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kiran Nagarkar und der ist stolze 704 Seiten dick und da muss man ja wirklich früh anfangen um rechtzeitig fertig zu sein. [mehr]

M.KORBEL2016©8148

Mit den Tänzern von SoLD in den Sog der Ereignisse gerissen werden…

Besuch der Generalprobe von Graham Smiths neuem Tanzstück „Der Sog“:

In den schmalen und verzweigten Fluren, die zur Bühne des Kleinen Hauses führen, herrscht an diesem Mittwoch ein ungewohnt reges Treiben. Während ich mich verwirrt nach der richtigen Abzweigung umsehe, höre ich das eifrige Tapsen nackter Füße hinter mir, Kinder huschen durch die Gänge und ein paar Türen weiter erspähe ich aus dem Augenwinkel kurz eine große, schlanke Gestalt mit wilder, lockiger Frisur. Es ist der Tag der Generalprobe für Graham Smiths generationsübergreifendes Tanzstück » Der Sog «, das er gemeinsam mit 30 Mitgliedern der School of Life and Dance (SoLD) erarbeitet hat und das am 26. Mai Premiere feiern wird. Die heutige Probe ist offen für die Hausmitglieder des Theaters und viele sind der Einladung gefolgt. Die Ränge sind voll und alle blicken gespannt und erwartungsvoll auf die reglosen Gestalten, die sich bereits auf der Bühne positioniert haben.

Es ist eine geheimnisvolle Szenerie, die sich dem Zuschauer bietet: der ganze Saal ist in dämmeriges, milchiges Licht getaucht, in der Ecke flackert eine einsame Glühbirne und in der Luft hängen Nebelschwaden. Im Trüben zeichnen sich die Silhouetten der noch starren Tänzer ab. Plötzlich wird es heller, der Nebel verdichtet sich und die Gruppe verfällt abrupt in einen entschlossenen Marsch. Wie ein Fischschwarm ziehen die Tänzer dichte Kreise über die kleine Bühne, welche trotz verspiegelter Seitenwände ein Gefühl der Enge vermittelt. Das Stampfen der Füße auf staubigem Boden untermalt dabei auf dramatische Weise den sphärischen Gesang von Margareth Kammerer und Bo Wiget, die das Stück mit eigens dafür komponierten Songs begleiten – sie an der Gitarre, er am Cello. Was nun folgt ist ein komplexes Spiel aus Miteinander und Gegeneinander, aus Imitation und Abgrenzung, Selbstverlust und Selbstbehauptung. Mehr und mehr zerfällt die homogene Gruppe, in immer neuen Konstellationen wird getanzt und gekämpft, es wird geschubst, gezogen und gezerrt, dann wieder umschmeichelt und umsorgt. Auch hinter dem weißen, durchscheinenden Vorhang an der Rückwand der Bühne entsteht Bewegung, öffnet sich eine neue Ebene für Tanz und Täuschung, Nähe und Trennung. Eindrücklich veranschaulichen Graham Smith und sein Ensemble das allbekannte Gefühl der Machtlosigkeit angesichts einer immer komplexeren und schnelleren, einer immer bedrohlicheren Welt. Durch die Omnipräsenz der Medien gibt es für den Einzelnen kein Entrinnen mehr vor dem verstörenden Nachrichtenschwall, das Individuum ächzt unter kontinuierlicher Reizüberflutung und wird gezwungen, sich den damit aufkommenden Fragen zu stellen: Wie soll ich mich in dieser Welt positionieren? Wie umgehen mit dem weltpolitischen Geschehen, mit Umweltkatastrophen, Kriegen und Hungersnöten? Wie kann ich involviert und informiert bleiben, ohne an der Belastung zu zerbrechen? Gibt es einen Mittelweg zwischen Überforderung und Gleichgültigkeit? Jedes Mitglied von SoLD ertanzt sich im Laufe des Stücks auf ganz eigene Weise seinen Platz auf der Bühne: ob zart und zerbrechlich, provokativ und angriffslustig, ob alleine oder in der Gemeinschaft, jeder muss für sich einen Weg finden, in dieser Welt zurechtzukommen. Wie schwierig dieses Unterfangen sein kann, zeigen die Tänzer besonders eindrucksvoll angesichts der laut dröhnenden Windmaschine, gegen deren kraftvollen Luftstrom sie sich aufzulehnen versuchen. Nur wenige bleiben standhaft, viele werden im Sturm fortgerissen oder von anderen abgedrängt. Dass letztlich doch noch alle in einer gemeinsamen Choreographie zusammenfinden, sich lächelnd in die Lüfte emporheben und gegenseitig anfeuern, betont zum Abschluss die Wichtigkeit, sich in einer chaotischen Zeit wieder neu zusammenzufinden und sich auch angesichts beängstigender Ereignisse nicht in einem Reflex der Abschottung in die Isolation treiben zu lassen. Immer ausgelassener wird der Tanz, immer intensiver die Musik, da wird es plötzlich wieder dunkel im Saal, Gesang und Instrumente verstummen. Das Stück ist zu Ende, atemlos verharren Tänzer und Zuschauer in der Dunkelheit. Als das Licht wieder aufflammt steht Graham Smith, der aufgrund eines Tänzerausfalls selbst in seinem Stück tanzte, in glänzendem rosa Seidenhemd vor dem Publikum und verkündet gelassen: „Wir proben jetzt noch weiter“.

 

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Allgemein

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