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»GOTTES KLEINER KRIEGER«: WIR LESEN!

Die Inszenierung »Gottes kleiner Krieger« hat zwar erst am 18. Mai 2013 Premiere, aber wir bereiten uns jetzt schon darauf vor. Und wie könnte man sich besser auf etwas vorbereiten, als ganz von vorne anzufangen, am Ursprung des Ganzen? Genau, wir lesen! Denn »Gottes kleiner Krieger« basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kiran Nagarkar und der ist stolze 704 Seiten dick und da muss man ja wirklich früh anfangen um rechtzeitig fertig zu sein. [mehr]

M.KORBEL2016©1640

Sechs Könige, sechs Stücke, sechs Stunden Theaterabenteuer

» Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht «,

soll ein Amtsvorgänger Barack Obamas gesagt haben. Tatsächlich vergrößert Macht unsere Möglichkeiten. In Shakespeares Königsdramen ist Macht das Brennglas, durch das wir uns selbst im Breitleinwandformat betrachten können: Der Umgang seiner Figuren mit ihrem persönlichen und institutionellen Erbe, aber auch mit ihren Ansprüchen und ihrem Auftrag  sind dabei der Treibstoff der Konflikte aller acht „history plays“. Shakespeares Könige sind Waisenkinder: sie morden ihre Väter, verlieren sie durch die Attentate der anderen, werden nicht geliebt oder sind Waisenkinder im metaphysischen Sinn. Zu monströsen Landesvätern – bigger than life oder doch wie im echten Leben? – macht ihre Karriere sie alle. Unter dem Titel »Schlachten!« haben der flämische Autor Tom Lanoye und der Regisseur Luk Perceval Ende der 1990er Jahre aus Shakespeares berühmten »Rosenkriegen« ein zusammenhängendes Stück in sechs Königreichen geschrieben: Sie haben die zahlreichen King Richards, Henrys und Edwards der zerstrittenen altenglischen Häuser York und Lancaster zeitlich geordnet und ihre Familienkriege, Generationskonflikte und Geschlechterkämpfe zu einer großen Erzählung verdichtet. Entstanden ist dabei ein Theaterabenteuer über Machterwerb und -verlust, bei dem aus längst überwunden geglaubten Feindschaften neuer innenpolitischer Sprengstoff, neue außenpolitische Feldzüge und neue Gewalttäter erwachsen – eine Genealogie von Herrschern, die als Thron- und Kronenräuber aufsteigen, um ihrerseits von ihren Nachfolgern gestürzt zu werden: Der Theaterkönig »Richard Deuxième« erreicht wahre Größe im Fallen, als er nur noch spielen kann, was er einmal war. »Heinrich 4« ist ein Law-and-Order-Mann, der seinem Sohn erst anerkennt, als dieser (tödlich) gegen ihn rebelliert. »Der fünfte Heinrich« wächst im Kampf gegen die Franzosen über sich selbst hinaus, erringt aber ein höchst vorläufiges Happy End aus Sieg und Heirat. »Heinrich VI.« ist ein überforderter Kinderkönig inmitten der civil wars eines zerstrittenen Hofes. Ihm wird jeglicher politischer Einfluss und bei Lanoye auch der Stücktitel von seiner wirkmächtigen Ehefrau »Margarita di Napoli« entrissen, deren Ära endet, als das »house of the three rising sons« von York mit einer hybriden Sprache aus Underdog-Slang, Popzitat, Shakespeare-O-Tönen und unkaschierter Brutalität auf den Plan tritt. Diese neue Generation feiert mit Partykönig »Eddy the King« und geht mit »Dirty Rich Modderfocker dem Dritten« unter, dem hochmanipulativen Entertainer und Selbsthasser, der erst (fast!) alle anderen, dann folgerichtig sich selbst ausschaltet. Während 400 Jahre nach Shakespeare von ihm inspirierte TV-Serien wie House of Cards oder Game of Throwns zur populären Debattenkultur gehören, ist »Schlachten!« die Ur-Theaterserie über den hauchdünnen Firnis unserer Zivilisation, in dem neue Risse klaffen.

 

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Allgemein

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Sechs Könige, sechs Stücke, sechs Stunden Theaterabenteuer

» Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht «, soll ein Amtsvorgänger Barack Obamas gesagt haben. Tatsächlich vergrößert Macht unsere Möglichkeiten. In Shakespeares Königsdramen ist Macht das Brennglas, durch das wir uns selbst im Breitleinwandformat betrachten können: Der Umgang seiner Figuren mit ihrem persönlichen und institutionellen Erbe, aber auch mit ihren Ansprüchen und ihrem Auftrag  ... [mehr]

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Hinter den Kulissen bei: Schlachten

Was wird in mehreren Hundert Stunden zigtausend Mal durchstochen und mehrmals aufgehängt? Richtig – ein Kostüm! Als Zuschauer genießt man den Anblick der Farbharmonie,  Verspieltheit,  Abwechslung und  Bedeutsamkeit der Stoffe. Hinter dem was wir im Theater so selbstverständlich als Sprungbrett in illusorische Welten hinnehmen, steckt allerdings eine immense und faszinierende Arbeit. Wir wollten es genauer ... [mehr]

Nachruf auf Oliver Rath

Komet – zum Tod von Oliver Rath

In der Spielzeitpause erreichte uns die schreckliche Nachricht, dass Oliver Rath gestorben sei. Oliver war seit 2008 Fotograf des Jungen Theaters. Sieben Jahre lang hatten wir das Glück, intensive, durchgeknallte, konzentrierte, witzige, kreative und außergewöhnlich produktive Tage mit ihm und seiner Kamera erleben zu dürfen. …  [mehr]

verglückt und verstaubt

Sommerpause

Wir verabschieden uns in die Spielzeitpause, wünschen allen einen großartigen Sommer und freuen uns jetzt schon auf die nächste Saison. Los geht’s wieder am 20.9. um 11 Uhr mit der traditionellen Eröffnungsmatinée, bei der wir in die Premieren der kommenden Spielzeit einführen. Zückt die Terminkalender und notiert euch eure Spielzeithighlights! Abends geht es weiter mit einem Welcome-Konzert, bei dem die ... [mehr]

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3, 2, 1 … KLONG!

Seit Anfang der Woche sind professionelle Musikerinnen und Musiker in verschiedenen Schulen unterwegs und arbeiten mit den Schülern zusammen an spannenden Klangabenteuern. Am täglichen Mittagstisch, bei dem viele der Workshopleiter sich über den aktuellen Stand ihres Klangabenteuers in der jeweiligen Klasse austauschen, haben auch wir mal die Ohren aufgesperrt und folgendes aufgegriffen: »Vor der Generalprobe ... [mehr]

Schultheatertage Freiburg 2016 – Die Dokumentation

Schultheatertage Freiburg 2016 – Die Dokumentation

100 Schülerinnen und Schüler, 7 Schulen zwischen Freiburg und Furtwangen, 4 intensive Tage im Theater Freiburg und im Theater im Marienbad. Am vergangenen Freitag sind die 7. Schultheatertage Freiburg zu Ende gegangen. Benedikt Grubel hat das Festival mit der Kamera begleitet: Er tummelte sich bei der Eröffnung, hat die neun Gruppen am Labor-Tag in der ganzen Stadt besucht, alle Aufführungen im Kleinen Haus und im ... [mehr]

M.KORBEL2016©9264

Letzte Wohnungen – aus der Sicht eines Besuchers

Ein Beitrag von Dr. Uwe Maier, der die Performance » Letzte Wohnungen « besucht hat und davon so berührt war, dass er diesen schönen, persönlichen Text darüber verfasst hat: » Letzte Wohnungen « war eine ergreifende Performance, die ein Thema anrührt, das der größte Teil unserer Gesellschaft lieber verdrängt: Alter und Sterben. Wir leben in einer Zeit, in der Jugend Kult ist. Viele, die das Alter eingeholt ... [mehr]

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