Wolokolamsker Chaussee + / – Terminator – eine Anekdote von Schauspieler Victor Calero
Liegt in der Vereinigung von Mensch und Maschine die Zukunft? Regisseur Klaus Gehre geht dieser Frage nach und kombiniert Hollywoodtrash mit einem dramatischen Gedicht.
Eine Frau wälzt sich auf einer fleckigen Matratze, sie kann nicht mehr ruhig schlafen, denn sie weiß, dass eine neue Zeit für die Menschheit angebrochen ist. Die Antwort für das Problem findet sie in den Protagonisten zweier Werke – Heiner Müllers Theatertext vom 2. Weltkrieg der »Wolokolamsker Chaussee« und James Camerons Science-Fiction-Film »Terminator«. Sie übernimmt die Persönlichkeiten der beiden Schlüsselfiguren. Sie wechselt vom russischen Kommandeur, der die Erschießung eines Soldaten anordnet, zu Sarah Connor, die für den Erhalt der Menschheit kämpft.
Erklärende Figur in dem Wechsel von Theatertext und Hollywoodaction ist der Psychiater, welcher die gespaltene Persönlichkeit der Frau analysiert. Vorbild seiner Figur ist der slowenische Philosoph Slavoj Zizek – der denkerische Querulant. Durch ihn wird die Verbindung der beiden Werke aufgeklärt, die in der Patientin verschmelzen.
Heiner Müllers Kommandeur reist in seinem Kopf immer wieder zu dem einen schicksalhaften Tag von 1941, an dem der Soldat erschossen wurde. Aber auch in Camerons Film verbirgt sich eine ähnliche Endlosschleife. Für ihn bleiben die Menschen gefangen in der Geschichte, es gibt keine Möglichkeit auf Veränderung, sowie auch der Terminator immer wieder in die Vergangenheit reisen muss, gefolgt von Kyle Reese.
Eine große Frage, mit der wir auch in Zeiten des Kapitalismus regelmäßig konfrontiert werden, stellt sich am Ende:
»Was muss ich von mir töten, um das zu werden, was ich sein muss?«
Antwort: »Du kannst dich nicht selbst terminieren.«
Und hier noch eine kleine Anekdote von Victor Calero und seiner ganz persönlichen Wolokolamsker Chaussee, auf dem Weg nach Russland:

