Keimzelle – Interview mit Finalist Daniel Ratthei
Daniel Ratthei beeindruckte die Jury mit »What’s up Frauke?«, einem durch und durch ehrlichen Text. Der 33-Jährige ist selbstständiger Schauspieler.
War »What’s up Frauke?« Dein erster Theatertext, oder hast Du schon mehr Erfahrung im Schreiben von Stücken bzw. seit wann schreibst Du?
Ich habe bisher drei Stücke geschrieben. Also Drei die ich auch zeigen würde…
Das ist natürlich Teil einer Entwicklung, die schon vor einigen Jahren begann.
Inwiefern hat das Thema „Veränderung“ sich in Deiner Keimzelle niedergeschlagen? Inwiefern war es für Deinen Text relevant?
Veränderung ist natürlich ein großes Wort und ein Theatertext ohne Veränderung stell ich mir schier unmöglich vor. Aber die Sehnsucht nach Veränderung treibt, schätze ich mal, in jedem von uns seine Auswüchse, also auch in den handelnden Charakteren. Das ist der Beginn eines Stücks, und der Versuch die Veränderung herbeizuführen ist das Stück. Mein Text spielt am Anfang, d.h. die Veränderung selbst spielt noch keine Rolle, aber die Sehnsucht danach. So lernen wir die Figuren kennen.
Was war Dein großes Grundthema für den Text?
Das Coming-Out einer jungen Frau.
Über was schreibst Du sonst, oder wie würdest Du Deine Texte beschreiben?
Ich habe kein spezielles Thema und stilistisch bin ich unbefangen. Ich mag politische Texte, aber bei einem Stück erzählen mir eindeutige Botschaften zu wenig. Meine Helden haben wahrscheinlich eines gemeinsames: Sie sind ganz gewöhnliche Stadtmenschen. Ich kann nicht so geeignet über das Leben auf dem Land schreiben oder über Afrika. Das ist nicht meine Realität. Es sei denn der Stadtmensch wird plötzlich damit konfrontiert, das ist etwas ganz anderes.
Was war für Dich das Besondere am Schreiben einer Keimzelle, also eines recht kurzen Theatertextes, der auch ausgeweitet werden soll?
Aufhören zu können und zu sagen: So! Und der Rest später!
Am Freitag den 29. Juni um 20 Uhr findet im Kleinen Haus die Wahl des Gewinners statt. Katharina Parpart und Tobias Gralke werden durch den Abend führen, musikalische Begleitung gibt es hingegen von der Maddis’son Brass Band. Aber auch Ihr seid gefragt: Keine Jury, sondern das Publikum bestimmt den Sieger! Wir freuen uns auf Euer Kommen!

