• We' re pretty fuckin' far from okay // 2016// Foto: Leif Firnhaber

    We' re pretty fuckin' far from okay //

    2016//

We're pretty fuckin' far from okay

Gastspiel // Voetvolk / Lisbeth Gruwez (BE) // Fokus Belgien // 22.10.2017 // Kleines Haus

Hitchcocks Film DIE VÖGEL hatte sein Publikum in Angst und Schrecken versetzt und hat von seiner Kraft über die Jahre nur wenig verloren. Lisbeth Gruwez hat ihn nochmals genau angesehen und bringt einzelne Motive daraus nun mit ihrem Bühnenpartner Nicolas Vladyslav auf die Bühne – aber in einer ganz langsamen, minimalistischen, hypnotischen Form. Es geht ihr dabei um Angst als einen instinktiven Zustand des menschlichen Körpers, der den Körper erstarren lässt. Die substanziellen, physischen Veränderungen, die Angst verursacht, sind Ausgangspunkt von WE`RE PRETTY FUCKIN’ FAR FROM OKAY, was soviel heißt wie: Wir sind, um ehrlich zu sein, noch recht weit davon entfernt sagen zu können, dass bei uns alles ok ist.

Angst, so sieht es die belgische Choreografin Lisbeth Gruwez, ist direkt verknüpft mit dem körperlich-notwendigen Drang zu überleben. Schon bevor wir uns unserer Angst bewusst werden, reagiert der Körper in drastischer Weise. Herzschlag und Atmung beschleunigen massiv, wir beginnen zu schwitzen und zu zittern. Der Körper bereitet uns auf eine lebensnotwendige Entscheidung vor: kämpfen, fliehen oder erstarren? Die Bewegung des Atmens als interne Resonanz von Anspannung und Ausdehnung – im Körper und in seinem Bezug zur Außenwelt – lässt die beiden Tänzer_innen Lisbeth Gruwez und Nicolas Vladyslav in einem seiltänzerischen Akt zwischen Hemmung und Erlösung balancieren. Der Komponist Maarten Van Cauwenberghe verwandelt die dynamische Atmung der beiden in eine faszinierende Klanglandschaft, die sich konstant im Dialog mit den Körpern der Tänzer_innen befindet.

Keine Angst: Lisbeth Gruwez geht es nicht darum, das Publikum zum Gruseln zu bringen. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts leben wir angeblich in einer „Kultur der Angst“, in einem permanenten „Zustand der Krise“. WE`RE PRETTY FUCKIN’ FAR FROM OKAY ist keine politische oder soziologische Darstellung von Angst in unserer Gesellschaft, sondern zeigt, was mit unserem Körper passiert, wenn er dauerhaft unter Druck steht.

Hitchcocks Film DIE VÖGEL hatte sein Publikum in Angst und Schrecken versetzt und hat von seiner Kraft über die Jahre nur wenig verloren. Lisbeth Gruwez hat ihn nochmals genau angesehen und bringt einzelne Motive daraus nun mit ihrem Bühnenpartner Nicolas Vladyslav auf die Bühne – aber in einer ganz langsamen, minimalistischen, hypnotischen Form. Es geht ihr dabei um Angst als einen instinktiven Zustand des menschlichen Körpers, der den Körper erstarren lässt. Die substanziellen, physischen Veränderungen, die Angst verursacht, sind Ausgangspunkt von WE`RE PRETTY FUCKIN’ FAR FROM OKAY, was soviel heißt wie: Wir sind, um ehrlich zu sein, noch recht weit davon entfernt sagen zu können, dass bei uns alles ok ist.

Angst, so sieht es die belgische Choreografin Lisbeth Gruwez, ist direkt verknüpft mit dem körperlich-notwendigen Drang zu überleben. Schon bevor wir uns unserer Angst bewusst werden, reagiert der Körper in drastischer Weise. Herzschlag und Atmung beschleunigen massiv, wir beginnen

Mitwirkende

Konzept & Choreografie Lisbeth Gruwez Komposition, Sounddesign & Assistenz Maarten Van Cauwenberghe Bühne Maarten Van Cauwenberghe, Lisbeth Gruwez, Marie Szernovisz Kostüme Alexandra Sebbag Styling Lisbeth Gruwez Dramaturgie Bart Van den Eynde Repetitor Lucius Romeo-Fromm Lichtdesign Harry Cole, Caroline Mathieu Technische Leitung Thomas Glorieux Management Voetvolk/ Lisbeth Gruwez Arnaud Vanrafelghem Öffentlichkeitsarbeit Key Performance Mit Wannes Labath (Mit), Lisbeth Gruwez (Mit)

English

Hitchcock’s movie THE BIRDS spread fear amongst its audience and has not lost its strength over the years. Lisbeth Gruwez has watched it again closely. Together with her stage partner Nicolas Vladyslav, she brings fragments and motives of it into her choreography - however, in a rather slow, minimalistic and hypnotic form. Their dance is about fear as a human body at its most instinctive, a physical state that petrifies the body. The concrete and basic physiological changes it induces are the point of departure for WE`RE PRETTY FUCKIN’ FAR FROM OKAY.

To the Belgian choreographer Lisbeth Gruwez fear is directly linked to the physical necessity of basic survival. Even before we are able to deal with it consciously our body starts to react in a drastic way. Our heartbeat and breathing accelerate, we start to sweat and tremble, readying our body for a vital decision: fight, flight or freeze? The duet focuses on these bodily reflexes from fear, especially its impact on breathing. The movement of breathing as the source of internal feedback for tension and contraction, repose and expansion – within the body and in relation to the external environment alike – on this tight-rope between restraint and release the performance balances. Sound designer Maarten Van Cauwenberghe uses the performers’ breathing as a unique building block for a sound collage that is in a continuous dialogue with their bodies. His soundscape creates suspense, pushes the movement and at other times induces contemplative ease.

But don’t worry: Lisbeth Gruwez does not intend to scare us. It has been stated that since the beginning of the 21st century we apparently are living in ‘a culture of fear’, that we are in a permanent ‘state of crisis’. WE`RE PRETTY FUCKIN’ FAR FROM OKAY is not a political or sociological account of anxiety in our society, it rather shows what a prolonged exposure to distress does to our bodies.

Eine Produktion von Voetvolk v.z.w. (BE) in Koproduktion mit La Batie-Festival de Genève, KVS, Le Phare – Centre Chorégraphique National du Havre Normandie, Theater im Pumpenhaus, Les Brigittines, Tandem Arras-Douai, Kunstfest Weimar, MA Scène Nationale – Pays de Montbéliard, Troubleyn | Jan Fabre. Mit freundlicher Unterstützung von Vlaamse Gemeenschap, Vlaamse Gemeenschapscommissie, NONA. Ermöglicht durch Residenzen bei Troubleyn | Jan Fabre, Buda Kunstencentrum, STUK, Les Brigittines.