Spielzeit 17/18

SCHAUSPIEL
Der Kirschgarten
von Amir Reza Koohestani nach Anton Tschechow // Regie: Amir Reza Koohestani (Iran) // Premiere: 20. Oktober 2017 im Kleinen Haus

Der wunderbare Kirschgarten auf dem Landgut eines hoch verschuldeten Geschwisterpaares muss wohl versteigert werden. Doch beide wollen das nicht wahrhaben. Tschechows melancholische Gesellschaftskomödie erzählt vom Verlust eines mit Erinnerungen und Emotionen aufgeladenen Sehnsuchtsortes. Was ist Ihr persönlicher Kirschgarten? Und was ist der Kirschgarten für den weltweit gefeierten iranischen Regisseur Amir Reza Koohestani?

PERFORMANCE / LIFE ART
Lisple … Himmel der Begeisterung
(Vaghe stelle dell’orsa Friburgese) // Hans-Peter Litscher // Juni 2018 im Stadtraum

Die Faktenlage ist reich-, doch nicht in jedem Falle stichhaltig. Und dennoch bietet sie eine fundierte Grundlage, um dem Genius Loci der Stadt Freiburg und Mutbrecht M. nachzuspüren: Nachtportier, Gasthörer bei Heidegger, begeisterter Skifahrer und leidenschaftlicher Träger von Eisbär-Kostümen, dessen Zusammentreffen mit Luigi Nono am Schauinsland ihn zu einem elektro-akustischen Meisterwerk inspirierte. Die Ausstellungen und Installationen von Hans-Peter Litscher gehen allesamt einer einzigen Frage auf den Grund: Wer war Mutbrecht M. wirklich?

FESTIVAL (5+)
Lirum Larum Lesefest
Das Freiburger Kinderliteraturfestival // Kooperation mit dem Kulturamt Freiburg // 15. Oktober 2017 im ganzen Theater

SCHAUSPIEL
Crudeland (Uraufführung)
von Mpumelelo Paul Grootboom // Regie: Mpumelelo Paul Grootboom (Südafrika) // Premiere: 21. Oktober 2017 im Großen Haus

Kann der mutige Kampf einer überzeugten Gruppe von Aktivisten die Gier multinationaler Ölkonzerne und einer korrupten Diktatur stoppen? Der südafrikanische Autor und Regisseur Mpumelelo Paul Grootboom nimmt den Fall des 1995 vom damaligen nigerianischen Regime hingerichteten Schriftstellers und Menschenrechtsaktivisten Ken Saro-Wiwa als Inspiration für sein neues, packendes Politdrama.

MUSIKTHEATER
Hoffmanns Erzählungen
Phantastische Oper von Jacques Offenbach // Musikalische Leitung: Fabrice Bollon // Regie: LE LAB (Frankreich) // Premiere: 22. Oktober 2017 im Großen Haus

Der Dichter E. T. A. Hoffmann, Protagonist dieser Oper, kennt sich aus in den wilden Phantasien eines kreativen Geistes.Mit den Mitteln der Kunst kämpft Hoffmann um sein Leben – und um die Kunst, hier und jetzt. Eine Oper über die Operin der Oper. Das Theater Freiburg holt das französische Künstlerkollektiv LE LAB für die Eröffnungsinszenierung des Musiktheaters zum ersten Mal nach Deutschland.

TANZ
We‘re pretty fuckin‘ far from 0kay
Voetvolk v.z.w. (Belgien 2016) // Choreographie: Lisbeth Gruwez (Belgien) // Komposition: Maarten Van Cauwenberghe (Belgien) // 22. Oktober 2017 im Kleinen Haus

Angst als instinktiv-körperliche Reaktion stellt uns unmittelbar vor die Frage: kämpfen, fliehen oder erstarren? Die physischen Auswirkungen von Angst – beschleunigtes Atmen, Schwitzen und Zittern – sind Ausgangspunkt für ein tänzerisches Duett, das mal angespannte Bedrängnis, dann wieder kontemplative Erleichterung hervorruft. Die herausragende belgische Tänzerin und Choreografin Lisbeth Gruwez ist gleich zweimal in der ersten Tanzsaison der neuen Intendanz vertreten.

MUSIKTHEATER
 Lulu. Eine Mörderballade
(Deutsche Erstaufführung)The Tiger Lillies nach Wedekind // Musikalische Leitung: Otto Beatus // Regie: Stef Lernous (Abattoir fermé, Belgien) // Freiburg-Premiere: 26. Oktober 2017 im Großen Haus

Lulu, Wedekinds „schönes, wildes Tier“: vom angeblichen Vater an einen Spießbürger verkauft. Der verkuppelt sie zunächst mit einem lüsternen Greis und nach dessen Tod mit einem verklemmten Maler. Dann heiratet er sie selber ... Plötzlich ist Lulu dreifache Witwe! War es Mord? Der belgische Regisseur Stef Lernous kreiert zur wilden Musik der Tiger Lillies bildstarkes Musiktheater zwischen Variété und Splatterfilm, Danse macabre und Horror Show.

SCHAUSPIEL
Das Gartenhaus (Uraufführung)
Thomas Hürlimann / Bühnenfassung: Stefanie Carp // Regie: Peter Carp // Freiburg-Premiere: 27. Oktober 2017 im Kleinen Haus

Der Tod ihres Sohnes und der sehr unterschiedliche Umgang mit ihrer Trauer löst einen Konflikt zwischen dem pensionierten Oberst und seiner Frau Lucienne aus. Thomas Hürlimann, einer der bedeutendsten Schweizer Gegenwartsautoren, hat eine emotional ergreifende, tragikomische Erzählung über Verluste und Liebe im fortgeschrittenen Alter geschrieben.

TANZ
Love Chapter 2 (Deutschland-Premiere)
L-E-V Dance Company (Israel 2017) / Koproduktion Theater Freiburg (2017/2018) /Choreografie: Sharon Eyal und Gai Behar // 28. + 29. Oktober 2017 im Großen Haus

Love Chapter 2 von der preisgekrönten israelischen Choreografin Sharon Eyal beginnt, wo die Liebe zerbricht. Wir erleben Unheil, Ende und Hoffnung, wie ein Körper, der von einer Krankheit überfallen wird. Verlustschmerz und mentale Erschöpfung äußern sich in einem von Dunkelheit ummantelten Tanzstück, das in dem Moment einsetzt, wo alles verloren ist. Es klammert sich an eine Berührung, um uns träumend am Leben zu erhalten.

JUNGES THEATER (7+)
Geisterjagd durchs Theater
Die vollkommen verspukte Theaterführung Konzept, Text und Regie: Benedikt Grubel, Michael Kaiser, Christoph Kopp // wieder ab 29. Oktober 2017 // Start: Foyer Großes Haus

Begleitet den berühmten Geisterjäger Theo van Thom bei seinen Ermittlungen durch schmale Gänge, staubige Keller, über die Bühne und in die Werkstätten. Kann er dem mysteriösen Theaterspuk ein schnelles Ende setzen und die Abendvorstellung noch rechtzeitig retten?

JUNGES THEATER (10+)
33 Bogen und ein Teehaus
von Mehrnousch Zaeri-Esfahani // Künstlerische Leitung: Sahar Amini, Anne Kaiser, Stefanie Mrachacz, Daniel Wahl // Wiederaufnahme-Premiere am 04. November 2017 im Werkraum

Mehrnousch flieht in den 1980er Jahren mit ihrer Familie aus dem Iran. Eine Odyssee durch westdeutsche Flüchtlingsheime beginnt – ein Auf und Ab zwischen Hoffnung und Verzweiflung …

TANZ
Protocolo Elefante (Europa-Premiere)
Cena11 Cia. de Dança (Brasilien 2016) // Choreografie: Alejandro Ahmed (Uruguay) // 03. + 04. November 2017 im Kleinen Haus

Wie verändert sich das Umfeld, das unsere Identität ausmacht, wenn wir es allein und nur auf uns selbst gestellt verlassen und eine neue Umgebung betreten, fern all dessen, was uns vertraut scheint? Protocolo Elefante begreift das Abschiednehmen eines Elefanten im Angesicht des eigenen Todes als Metapher für Vereinzelung und Exil. Alejandro Ahmed hat mit seiner Tanzkompanie eine radikale Bewegungssprache für mitreißende Rituale der Unterbrechung undVerwandlung von Identität geschaffen.

JUNGES THEATER
Zeitgeisterbahn
Konzertspektakel von Mark Scheibe // Auftragswerk für den Kinder- und Jugendchor und das Philharmonische Orchester Freiburg // Musikalische Leitung: Thomas Schmieger / Komposition, Texte, Konzept und szenische Einrichtung: Mark Scheibe //Wiederaufnahme-Premiere am 31. Oktober 2017 im Großen Haus

Statt klassischem Opern-Repertoire präsentieren die Mitglieder des Kinder- und Jugendchors am Theater Freiburg Neukompositionen, die auf Briefen basieren, die sie zu ihren Träumen und Ängsten geschrieben haben.

JUNGES THEATER (5+)

Das Dschungelbuch
Nach Rudyard Kipling // Regie: Michael Schachermaier // Premiere: 19. November 2017 im Großen Haus

Spätestens seit dem Walt Disney-Film kennt jeder die Geschichte von Mogli, dem Findelkind des Dschungels, der von Wölfen aufgezogen wird. Von Balu, dem Bären, lernt er die Sprache der Tiere und in seiner Freizeit tollt er mit Baghira, dem schwarzen Panther, umher. Doch aufgepasst, Mogli! Schir Khan, der Tiger, ist auf der Jagd! Ein wildes Abenteuer mit Puppen- und Schauspiel für Kinder ab 5 Jahren.

SCHAUSPIEL

Der Theatermacher
Thomas Bernhard // Regie: Peter Carp // Freiburg-Premiere: 9. November 2017 im Kleinen Haus

Der Staatsschauspieler Bruscon gastiert in Utzbach, wo er im trostlosen Tanzsaal des Dorfgasthofes seine Weltkomödie Das Rad derGeschichte zur Aufführung bringen will, mit Unterstützung seiner ihm ergebenen Familie. Doch es droht die „zwangsläufig naturnotwendige Katastrophe“ ... Ein bitter komisches Stück über die Sehnsüchte, den Größenwahn und das Scheitern von Theatermachern – und zugleich eine Liebeserklärung an das Theater.

TANZ
PLY new edit (Deutschland-Premiere)
Centre Choréographique National de Rillieux-la-Pape (Frankreich 2014) // Choreografie: Yuval Pick // Musik: Ashley Fure (USA) // 01. + 02. Dezember 2017 im Kleinen Haus

Wie können wir einen gemeinsamen Raum schaffen, in dem wir dennoch Einzelne bleiben dürfen und unsere Subjektivität nicht aufgeben müssen? Für Ply haben der Choreograf Yuval Pick und die Komponistin Ashley Fure die Vielschichtigkeitzeitgenössischer, amerikanischer Musik in einem Bewegungs- und Soundlabor zerlegt, um ihre wesentlichen Strukturen inneuer Zusammensetzung auf die Körper der Tänzer zu übertragen.

JUNGES THEATER (5+)
Teufels Küche
KonzertAktion von Moritz Eggert // Musikalische Leitung: Klaus Simon // Regie: Tobias Weis // Kooperation mit der Holst-Sinfonietta Freiburg // Premiere: 25. November 2017 im Kleinen Haus

Es dampft, brodelt und zischt. Besteck rasselt, Töpfe klappern und Pfannen fauchen. In Teufels Küche kochen wir Geräusche, Klänge und „echte“ Töne zu einer fantastischen Sinfonie, wie es das so inder Musik sonst nicht gibt!

MUSIKTHEATER

Love Life / Deutschsprachige Erstaufführung
Vaudeville von Kurt Weill & Alan Jay Lerner // Musikalische Leitung: James Holmes // Regie: Joan Anton Rechi // Premiere: 09. Dezember 2017 im Großen Haus

Ist die Ehe von Sam und Susan Cooper noch zu retten? Und wann fing ihre Beziehungskrise an? In einer Variété-Show wird das niemals alternde Ehepaar von den Entertainern durch 150 Jahre US-amerikanischer Geschichte geführt. Kurt Weill schuf 1948 mit Love Life ein stilistisch vielfältiges Musical, das großen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Genres hatte. Zum ersten Mal in Deutschland zu sehen und zu hören im Theater Freiburg!

JUNGES THEATER

Die Krone an meiner Wand
Tanz- und Theaterprojekt – Frauen von 17 bis 74 mit und ohne Krebs // Künstlerische Leitung: Gary Joplin, Monica Gillette, Michael Kaiser, Elana Mannheim // Eine Kooperation mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V., Gruppe Freiburg und der Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Therapie auf dem Gebiet der Krebsmedizin e. V. // Premiere: 15. Dezember 2017 im Werkraum

Nach der Diagnose Krebs ist nichts mehr so, wie es war. In diesem Mehrgenerationenprojekt bringen Betroffene und Nicht-Betroffene zwischen 17 und 74 Jahren ihre Sicht auf die Krankheit und das Leben auf die Bühne.

SCHAUSPIEL
Totentanz
August Strindberg // Regie: Liliane Brakema (Niederlande) // Premiere: 16. Dezember 2017 im Kleinen Haus

Eine Intimität unter Feinden? So muss man sich das langjährige Ehe-Arrangement zwischen Alice und Edgar vielleicht vorstellen: Gebannt in einen permanenten Kampfmodus zählt längst nicht mehr, was Wahrheit und was Lüge ist, esentscheidet alleine, was die größten Wunden reißt. Die junge Holländerin Liliane Brakema, deren Wildente zum niederländischen Theatertreffen 2016 eingeladen war, bittet die Eheleute zum intimen Totentanz.

SCHAUSPIEL
Ein Sommernachtstraum
William Shakespeare // Regie: Ewelina Marciniak (Polen) // Premiere: 06. Januar 2018 im Großen Haus

Shakespeares frühe Komödie ist ein einziger Liebesrausch, emotionaler Alb- und Wunschtraum zugleich, in dem nichts ist, wie es scheint. Denn bis die junge Hermia ihren geliebten Lysander heiraten kann, sich der Elfenkönig Oberon wieder mit seiner Titania versöhnt hat und ein Trupp Handwerker ihr Stück bei Hof aufführen können, gilt es eine Sommernacht zwischen Elfen und Waldgeistern zu überstehen. Die in Polen gefeierte Regisseurin Ewelina Marciniak gibt mit dem Sommernachtstraum ihr Debüt im deutschsprachigen Theater.

JUNGES THEATER (10+)           
Meine Mama sagt, das darf man nicht
Performance über das Verbotene von Leander Ripchinsky und Florence Ruckstuhl // Stipendiumsprojekt Stiftung Theater Freiburg // Premiere: 13. Januar 2018 im Werkraum

Nach der erfolgreichen Premiere mit dem Theaterkollektiv Klub Kirschrot im April 2017 realisieren die Stiftung Theater Freiburg und das Junge Theater ein neues Projekt im Rahmen des 2. Nachwuchsstipendiums „Performancetheater für Kinder und Jugendliche“. Gemeinsam mit dem Publikum wird sich das Duo Ripchinsky und Ruckstuhl an Verboten abarbeiten, indem das Verbotene erprobt wird. Mit dabei: die bühnenunerfahrenen Mütter der Performer!

SCHAUSPIEL
Der goldene Topf
Nach E.T.A. Hoffmann // Regie: Anna-Elisabeth Frick // Premiere: 02. Februar 2018 im Kleinen Haus

Student Anselmus rennt ein altes Apfelweib um und wird von ihr verflucht. Jetzt hört er liebliche, lockende Stimmen, verliebt sich in die blauen Augen einer Schlange und taucht ein in die Welt der Zauberei und Poesie. Soll er die Vernunftehe mit Veronika noch eingehen und sich dem Alltag seines bürgerlichen Lebens stellen? E.T.A. Hoffmanns berühmte Erzählung wird von der 2016 mit dem Körberpreis für junge Regie ausgezeichneten Nachwuchsregisseurin Anna-Elisabeth Frick auf die Bühne gebracht.

MUSIKTHEATER
Katja Kabanowa
Oper von Leoš Janácek // Musikalische Leitung: Fabrice Bollon / Regie: Tilman Knabe // Premiere: 27. Januar 2018 im Großen Haus

In einer Welt der Ersatzbefriedigungen bleiben die eigentlichen Sehnsüchte ungelebt – und es gehen diejenigen zugrunde, die ihr inneres Verlangen nicht zurückstellen können. Katja Kabanowa kann ihre Suche nach Liebeserfüllung nicht im Verborgenen leben und schreit ihr Schuldbekenntnis in die Welt. Von Katjas Sehnsüchten und Enttäuschungen erzählt Leoš Janáceks hochsensitive und eindrückliche Musik.

TANZ
Sunny
Emanuel Gat Dance (Israel 2016) // Choreografie: Emanuel Gat (Frankreich/Israel) // Musik: Awir Leon (Niederlande) // 20. Januar 2018 im Großen Haus

„Visuelle Musik interpretiert mit dem Körper“, schrieb eine französische Kritikerin über Emanuel Gats Choreografien, in denen sich stets Klangund Bewegungskunst verbinden. Zusammen mit dem Musiker, Produzenten und Performer Awir Leon und seinem herausragenden Tanzensemble hat Gat mit Sunny nun einen vielschichtig leuchtenden Abend erarbeitet, derLive-Konzert und pulsierende Choreografie zugleich ist. Eine Ideenexplosion in fließender, freier Form, in der neue Sounds mit ungeahnten Möglichkeiten des zeitgenössischen Tanzes verschmelzen.

JUNGES THEATER (8+)
Karlsson vom Dach
Astrid Lindgrens weltbester Streichemacher: eine explosive Unordnung! // Regie und Performance: Gesa Bering, Benedikt Grubel, Michael Kaiser, JanPaul Werge // Wiederaufnahme-Premiere: 17. Februar 2018 im Werkraum

Im Februar 2018 hat Svante Svantesson, Lillebror genannt, seine liebe Not: Denn ein gewisser Hochstapler und Tiefflieger aus Stockholm wird seinen Alltag und die Welt des Kindertheaters wieder gehörig durcheinander wirbeln …

TANZ
Monkey Mind (Deutschland-Premiere)
Platform-K, les ballets C de la B, CC De Grote Post (Belgien 2016) // Choreografie: Lisi Estaras (Argentinien) // 16. + 17. Februar 2018 in der Kammerbühne

Fünf Individuen und alle haben ihren eigenen Kopf. Ist da eine wirkliche Begegnung, ein echter Kontakt überhaupt möglich? Und inwieweit ist diese Begegnung davon beeinflusst, dass drei von ihnen Trisomie 21 haben? In einem abrupten und energetischen Tanz gehen die Tänzer weit über das Vorhersehbare hinaus, brechen mit Konventionen und Tabus.

JUNGES THEATER (5+)

Wiedersehen mit Herrn Bello
Paul Maar // Austauschgastspiel Junge Württembergische Landesbühne Esslingen // 13. + 14. Januar 2018 im Kleinen Haus

Max besitzt etwas ganz Besonders: einen sprechen den Hund! Doch das sollen nur ganz wenige Menschen wissen und ist supergeheim. Als Bello plötzlich verschwindet, weiß Max sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein muss …

TANZ
Rasp your Soul
Koproduktion Theater Freiburg (2017/2018) // Choreografie: Kat Válastur (Griechenland/Deutschland) // 23. + 24. Februar 2018 im Kleinen Haus

Die Berliner Choreografin Kat Válastur zeigt in ihrer neuen Soloarbeit Renaissance I ein fiktionales Individuum, das die Beziehung zwischen Wissenschaft und Mensch verkörpert – ein Fossil der Zukunft. Inmitten eines spiralförmigen „Organismus“ aus Vorhängen, der allmählich diverse Objekte zum Vorschein bringt, entsteht eine skulpturale Choreografie, deren präzise Bewegungen durch die den Gegenständen innewohnende Kraft angeregt zu werden scheinen.

PERFORMANCE

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
Showcase Beat Le Mot nach den Brüdern Grimm // für Kinder ab 7 und Erwachsene // Premiere: 03. März 2018 im Kleinen Haus

Das Herz der legendären vierköpfigen Performancegruppe Showcase Beat Le Mot schlägt für die Gesetzlosen. Und da sie mit ihrem preisgekrönten Räuber Hotzenplotz die Erzählform eines Kinderbuchklassikers revolutioniert haben, ist es nun an der Zeit, sich einem neuen Helden zuzuwenden: dem Jungen mit der Glückshaut, der Brunnen zum Fließen, Bäume zum Wachsen und Könige zur Weisglut bringt. Menschen jeden Alters aufgepasst: Diese Gruppe arbeitet mit allen legalen und halblegalen Theatermitteln, die ihnen in die Finger kommen, wie Illusion, Desillusion, Zauberei, Ironie, Tanz und Gesang.

MUSIKTHEATER

Angels in America
Oper von Peter Eötvös nach Tony Kushner // Musikalische Leitung: Daniel Carter / Regie: Ingo Kerkhof // Premiere: 10. März 2018 im Großen Haus

Glauben Sie an Engel? Oder: Was kann die Welt jetzt noch retten? New York, 1985: Louis verlässt seinen Freund Prior, denn er will ihn nicht an Aids sterben sehen, Joe entdeckt seine Homosexualität und hintergeht seine tablettensüchtige Frau, der erzkonservative Staranwalt Roy geht in einem Netz aus Lebenslügen zugrunde und sogar die Engel suchen nach Erlösung. „Im neuen Jahrtausend werden wir alle wahnsinnig sein“, heißt es in Angels in America, Tony Kushners lakonisch scharfsinniger Parabel auf eine immunschwache Gesellschaft, die der Komponist Peter Eötvös mit einer humorvoll musikalischen Mixtur aus Show, Oper und Straßenklängen vertont hat.

TANZ
Aneckxander
Not Standing asbl (Belgien 2015) // Von: Alexander Vantournhout und Bauke Lievens(Belgien) // 16. + 17. März 2018 in der Kammerbühne

Ein Solo für einen akrobatischen Körper, ein paar sorgfältig ausgewählte Objekte und drei Variationen der Klaviermusik Arvo Pärts. Tragischkomisch schreibt Alexander/Aneckxander die Autobiographie seines eigenen „dysproportionalen“Körpers um – zu einem Selbstportrait, das sich den neugierigen Blicken der Zuschauer gleichzeitig zur Schau stellt und ihnen zu entfliehen versucht.

JUNGES THEATER (10+)
Die Verwandlung
Kafka für alle // Künstlerische Leitung: Gesa Bering, Benedikt Grubel, Michael Kaiser, Maren Wiese // Premiere: 08. April 2018 im Werkraum

Ausgehend von Kafkas Erzählung, in der sich Gregor Samsa eines Morgens in ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt, wird das Performance-Duo Bering und Grubel mit der Live-Illustratorin Maren Wiese eine kraftvoll-poetische Performance entwickeln, die sich der Novelle und ihren Themen für ein Publikum ab 10 Jahren annimmt.

SCHAUSPIEL
Krieg
Rainald Goetz // Regie: Daniel Foerster // Premiere: 13. April 2018 im Kleinen Haus

Das dreiteilige Theaterstück Krieg vom einstigen Enfant terrible und heutigen Büchnerpreisträger Rainald Goetz ist ein Sprengsatz an allem, was in unserem Staat heilig und teuer ist. Goetz liquidiert darin nacheinander Welt, Familie und schließlich das Ich in Form eines furiosen Traktats gegen den Widerstand. Goetz’ wortgewaltiges Manifest aus der einstigenBRD wird der junge und mit Festivaleinladungen ausgezeichnete Regisseur Daniel Foerster inszenieren.

TANZ
Man anam ke rostam bovad pahlavan
Selon l’Heure (Frankreich 2016) // Choreografie: Ali Moini (Iran) // 13. + 14. April 2018 in der Kammerbühne

Eine mechanische, lebensgroße Seilzug- Marionette und ein Performer. Die Maschine funktioniert als Übersetzer der Bewegung, als Doppelgänger des Performers. Das zunächst klar erscheinende Verhältnis zwischen Maschine und Mensch gerät ins Schwanken – Objekt und Subjekt, Akteur und Beobachter, Anführer und Nachahmer werden suspendiert, verschwimmen und gehen nach und nach verloren.

MUSIKTHEATER
La Bohème
Oper von Giacomo Puccini // Musikalische Leitung: Daniel Carter / Regie: Frank Hilbrich // Premiere: 21. April 2018 im Großen Haus

Nie wieder wird Puccini so glücklich und übermütig sein wie in jener Zeit, als er nachts, während seine Freunde zocken, rauchen und zechen, am Klavier die Melodien für La Bohème erfindet. Aus seiner Erfolgsoper quillt die Melos gewordene,ungestüme Lebensfreude der Bohemiens. Doch während die einen das Drama vom Künstlerleben spielen, trifft die anderen die harte Wirklichkeit – am Ende werden sie daran zerbrochen sein.

MUSIKTHEATER/SCHAUSPIEL
The Black Forest Chainsaw Opera (Uraufführung)
Koproduktion mit Abattoir fermé (Belgien) // Regie: Stef Lernous // Premiere: 05. Mai 2018 im Großen Haus

In einem entlegenen Tal des Schwarzwalds stößt eine Gruppe von jungen Ausflüglern auf eine Welt des unbeschreiblichen Grauens ... Der belgische Regisseur Stef Lernous, dessen betörende und verstörende bildkräftige Arbeiten mit seiner Gruppe Abattoir fermé in Flandern und den Niederlanden Kult sind, liebt Theater für alle Sinne, Horrorfilme – und die große Oper! Der wüste Genremix The Black Forest Chainsaw Opera befriedigt alle diese Leidenschaften. Großes Kino!

SCHAUSPIEL

Ein neues Stück
Regie: Bastian Kabuth // Premiere: 11. Mai 2018 im Kleinen Haus

Jedes Jahr werden in Deutschland über hundert neue Stücke geschrieben, in Europa tausend und weltweit dürfte es fünfstellig werden. Und dann gibt es noch hunderttausende, wenn nicht Millionen bereits existierende Stücke … Eine Position im Spielplan haben wir freigehalten, um auf aktuelle Themen, Stoffe oder Stücke zu reagieren. Seien Sie gespannt!

TANZ
Thoughts for Meditation (Deutschland-Premiere)
Voetvolk v.z.w. (Belgien 2018) / Koproduktion Theater Freiburg (2017/2018) // Choreografie: Lisbeth Gruwez (Belgien) // Komposition: Maarten Van Cauwenberghe (Belgien) // 25. Mai 2018 im Großen Haus

Was ist ein meditativer Körper? Ein Ort, an dem das Ich und die Anderen nicht mehr getrennt sind? Zwölf Tänzerkörper als voneinander verschiedene Identitäten verschwinden, um als eine Synergie, als überlagernde, sich „morphende“ Bewegungen, durch den Raum zu fließen – begleitet von Soundfrequenzen aus Klängen in Anlehnung an die New Age Musik aus den 70er Jahren, die selbst die Körper der Zuschauer zum Vibrieren bringen.

FESTIVAL

Freiburg Festival 7. – 17. Juni 2018

Das E-Werk Freiburg, das Theater im Marienbad und das Theater Freiburg planen eine neue Auflage des internationalen Tanz- und Theaterfestivals. Gezeigt werden innovative, spartenübergreifende Produktionen aus den Bereichen Tanz, Musik, Schauspiel und Performance. Rahmenprogramme, Partys und Diskursformate ergänzen das Programm und sorgen für elfTage Festivalstimmung in der Stadt.

MUSIKTHEATER
Coraline (Deutsche Erstaufführung)
Neue Oper von Marc-Anthony Turnage nach Neil Gaimon // für Kinder ab 7 und Erwachsene //Koproduktion mit dem Royal Opera House (London) Musikalische Leitung: Fabrice Bollon // Regie: Aletta Collins // Premiere: 09. Juni 2018 im Großen Haus

Unheimlich, gefährlich und lustig ist die Abenteuergeschichte der neunjährigen Coraline: In ihrem neuen Zuhause entdeckt sie eine Parallelwelt und muss sich dort großen Gefahren stellen. Denn mutig ist nur, wer Angst vor etwas hat und es trotzdem tut. Die Deutsche Erstaufführung findet gleich nach der Welturaufführung in London am Theater Freiburg statt.

SCHAUSPIEL
Weißes Rauschen (Uraufführung)
Don DeLillo // Regie: Daniel Fish (USA) // Premiere im Großen Haus

Jack Gladney ist Abteilungsleiter für Hitlerforschung an einem College im mittleren Westen und zusammen mit seiner Patchworkfamilie lebt er ein Sorglos-Leben, bis ihn ein chemischer Unfall in der Nähe komplett aus der Bahn wirft. Das „weiße Rauschen“ der Todesgewissheit, das sich mittels Dauerkonsum bislang wunderbar verdrängen ließ, wird plötzlich unüberhörbar. DeLillos makaber-komische Analyse amerikanischer Befindlichkeit im Konsumwahnsinn der 80er Jahre wird der New Yorker Regisseur Daniel Fish adaptieren.

TANZ
EXIT
Eine Séance von Antonia Baehr // make up productions (Deutschland 2018) // Koproduktion Theater Freiburg (2018) //Choreografie: Antonia Baehr // Im Juni 2018 im Kleinen Haus

Dunkelheit im Theater ist immer verunreinigt durch ein visuelles „Störgeräusch“: die grünen Notausgangsschilder. In EXIT werden sie zu den eigentlichen Auftraggebern eines Solos, die vermittels des Mediums Antonia Baehr in einer Demontage heteronormativer Wahrnehmungsmuster zu beseelten Akteuren des Theaterraums werden, die ihre eigene Geschichte zuerzählen haben.

PERFORMANCE / MUSIKTHEATER

Volksoper by Proxy
Im Juni 2018 im Theater und in der Stadt Freiburg

Sie sind jung und inspiriert, kommen aus Norwegen und Dänemark, haben Schauspiel und Szenographie studiert, arbeiten kollektiv und interessieren sich besonders für ihre Zuschauer: by Proxy. Nachdem sie sich performativ mit den Anstrengungen des Lebens und den Möglichkeiten von Universumsfluchten beschäftigt haben, werden sie in Freiburg neue Formen der Volksoper untersuchen. Vorsicht: Auch vor Hallenbädern machen sie nicht halt!

TANZ
Autóctonos (Deutschland-Premiere)
Cie Ayelen Parolin (Belgien 2017), RUDA asbl / Koproduktion Theater Freiburg (2017/2018) // Choreografie: Ayelen Parolin (Belgien/Argentinien) // Im Juni 2018 im Kleinen Haus

Mit Autóctonos rebelliert die außergewöhnliche Brüsseler Choreographin Ayelen Parolin gegen die Tyrannei des Positiven in unserer Performance-Gesellschaft. Jegliche Homogenisierung und Konformität zurückweisend zeigt sie das auf, was gerne verdrängt wird: Negativität, Verschiedenheit und Zwietracht. Auf der Suche nach einer emanzipierten menschlichen Gemeinschaft stellt sie fest: Wir alle sind eingeboren und fremd zugleich – anderen wie uns selbst gegenüber.

FESTIVAL (6 – 12)
Klong
Das Freiburger Kindermusikfestival // Kooperation mit dem Kulturamt Freiburg // Im Juli 2018 im ganzen Theater

TANZ
Gravitas
Choreografie: Ofir Yudlevitch und Asher Ben Shalomon (Israel 2015) // Im Juli 2018 auf dem Theatervorplatz

Die israelischen Künstler Ofir Yudilevitch und Asher Ben Shalom beflügeln den Stadtraum mit einer Mischung aus Tanz und Akrobatik auf einer mit Luft gefüllten Matratze. Sie fordern sich gegenseitig und die Gravitation zu einem lustvollen Wettkampf heraus, fliegend, fallend, springend – und lassen ihre Zuschauer erahnen, wie sich eine Utopie der Bewegunganfühlen könnte.

JUNGES THEATER
Le Sacre du printemps / Petruschka
Mit der School of Life and Dance und der Musik von Igor Strawinsky // Künstlerische Leitung: Graham Smith // Premiere: 07. Juli 2018 im Großen Haus

Unter dem Namen SoLD – School of Life and Dance – arbeitet Graham Smith seit Jahren mit bewegungsbegeisterten Menschen unterschiedlichen Alters. Nach Der Nussknacker nimmt sich SoLD nun Le Sacre du printemps und Petruschka an und bringt eine ganz eigene Version der Ballettklassiker von Igor Strawinsky auf die Bühne.