Julius-Hans-Spiegel-Zentrum

Ein TANZFONDS ERBE Projekt zu Exotismen in der Tanzmoderne


Der Berliner Tänzer Julius Hans Spiegel machte sich in den 1920er Jahren mit seinen „exotischen Tänzen“ in ganz Europa einen Namen. Viele europäische Tanzschaffende, darunter auch prominente Figuren wie Mary Wigman, wandten sich zu dieser Zeit außereuropäischen Kulturen zu, um neue Körper- und Bewegungsbilder zu finden und den Tanz zu revolutionieren. Wie die Geschichte des Tänzers Julius Hans Spiegel verschwand auch die Tatsache aus dem Bewusstsein, dass außereuropäische Körpertechniken zentrale Referenz für die Tanzmoderne waren, deren Erbe den Tanz bis heute prägt

Das Julius-Hans-Spiegel-Zentrum, dasvom 18. Januar bis zum 06. Aprilseine Türen im Theater Freiburg öffnet, beschäftigt sich in Performances, Vorträgen Workshops und Führungen mit diesem vergessenen Kapitel der deutschen Tanzgeschichte. Fünf internationale Choreografen nähern sich mit einem Blick von Außen den Arbeiten der Pioniere des Ausdruckstanzes zu und entwickeln ausgehend von Archiv-Materialien, die von deren Schaffen übrig blieb, Performances, die die Tanzgeschichte weiter- und umschreiben, vergessene Aspekte ausgraben und Blickrichtungen umkehren: die Moderne exotisieren. Artists in Residence im Julius-Hans-Spiegel-Zentrum sind Nacera Belaza (Frankreich/ Algerien), Florentina Holziger (Österreich),Eko Supriyanto (Indonesien)und Vincent Riebeek (Niederlande) und Nelisiwe Xaba (Südafrika).

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Das Stuttgarter Studio Umschichten erschafft für das Julius-Hans-Spiegel-Zentrum einen besonderen Ort und baut das Winterer Foyer im Theater Freiburg um. Dabei nutzen die Architekten Kulissenelemente, die aus dem Materialarchiv des Theater Freiburg stammen. Im Julius-Hans-Spiegel-Zentrum wird also nicht nur ein ignoriertes Kapitel der Tanzgeschichte an die Oberfläche geholt, sondern auch so manches überraschendes Ornament von vergessenen Inszenierungen des Theater Freiburg.

Tanzgeschichte lokal

Liegt noch das Programmheft einer Tanzaufführung in ihrem Schrank? Hat Ihnen ihre Freiburger Großmutter eine Sammlung von Kritiken vererbt? Was sind Ihre frühsten, was Ihre eindrücklichsten Erinnerungen an eine Tanzaufführung? Schreiben Sie mit uns die Tanzgeschichte von Freiburg! Während der Besuchszeit oder nach Anmeldung sammeln Mitarbeiter des Julius-Hans-Spiegel-Zentrums Ihre Erinnerungen und Dokumente zum Tanz in Freiburg.

Beiträge zur Freiburger Tanzgeschichte können auch an der Bühnenpforte, Bertoldstr. 46 (Stichwort: Julius-Hans-Spiegel-Zentrum) abgegeben werden. Kontakt: tanz@theater.freiburg.de


Gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.
In Kooperation mit dem DFG-Projekt "Bilder von Bewegung - Tanzfotografie 1900-1920", Freie Universität Berlin und dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Mit freundlicher Unterstützung von Goethe-Institut und Institut francais/ Bureau du Théâtre et de la Danse.

Nächste Veranstaltungen:

Mittwoch, 02.04.2014


Archiv-Arbeit V
Tanzstück von Eko Supriyanto
20 Uhr

Freitag, 04.04.2014

Extravagant Gestures
Vortrag von Irit Rogoff (Goldsmiths College, London)
engl., 19 Uhr

Archiv-Arbeit II
Tanzstück von Nelisiwe Xaba
20 Uhr

Absent Brown Bodies on Screen and the Shaping of the Modern
Vortrag von Melissa Blanco Borelli

(Royal Holloway University, London)
engl., 21 Uhr

Archiv-Arbeiten III-IV
Tanzstücke von Florentina Holzinger & Vincent Riebeek
22.00 Uhr

Filmclub: Flaming Creatures
Film von Jack Smith
23:30 Uhr


Samstag, 05.04.2014

Archiv-Kaffee: Global Performance Economy
Gespräch mit Nelisiwe Xaba (Choreografin) & Anna Wagner (Tanzkuratorin Theater Freiburg)
engl., 16 Uhr

Getting There. Modernism’s Mutant Geographies
Vortrag von Monica Juneja (Universität Heidelberg)
engl., 19 Uhr

Archiv-Arbeit V
Ein Tanzstück von Eko Supriyanto
20 Uhr

Stealing Cultures. Bricolage as Artistic Practice
Künstlergespräch mit Eko Supriyanto, Florentina Holzinger und Vincent Riebeek
engl., 21 Uhr

Archiv-Arbeit I
Ein Tanzstück von Nacera Belaza
22 Uhr

The Final Filmclub
23 Uhr


 

Sonntag, den 06.04.2014

Archiv-Frühstück: Immaterielles Kolonialerbe.
Gespräch mit Madeline Ritter (Projektleiterin TANZFONDS ERBE), Tina Brüderlin (Leiterin, Ethnologische Sammlung, Städtische Museen Freiburg) und Eike Wittrock (Archivdirektor Julius-Hans-Spiegel-Zentrum).
dt. & engl., 11 Uhr

Archiv-Arbeit V
Ein Tanzstück von Eko Supriyanto
19 Uhr

Körper im Archiv
Wenn Bewegung Dokumente schafft
Vortrag von Franz Anton Cramer (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz, Berlin)
dt., 20 Uhr

Archiv-Arbeit II
Ein Tanzstück von Nelisiwe Xaba
21 Uhr

Archiv-Arbeit III-IV
Tanzstücke von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek
22.30 Uhr

Alternativ