Was ist der Mensch wert?

Human Trade Network präsentiert vier internationale Theaterabende über Menschenhandel und Arbeitsausbeutung

MI. 21. bis SO. 25. Juni 2017


Theaterschaffende aus Rumänien, Indien, Burkina Faso und Freiburg stellen sich der Frage: Was ist ein Mensch wert? Das Treffen vom 21. bis 25. Juni 2017 zeigt vier Theaterprojekte, die sich mit Ursachen, Strukturen, Dimensionen und Folgen von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung auseinandergesetzt haben. Alle Künstler haben intensive Recherchen betrieben und mit sehr individuellen künstlerischen Handschriften einen eigenen Theaterabend eigens für dieses Projekt entwickelt.

MI. 21.6.17, 19 UHR, KLEINES HAUS
INDIEN: #SUPERNOVA
Theatrale Recherche über sexuelle Ausbeutung von Kindern von Abhishek Majumdar, Indien
In »#supernova« wird die Geschichte eines Jungen aus Nordindien verhandelt, der in Dubai verkauft wird. Sein Online-Profil #supernova gibt seinen Kunden vor, dass er ein großartiger Performer im Sexgeschäft ist. Die indischen Theatermacher Abhishek Majumdar und Rahul Rai untersuchen mit ihrem Stück unsere Welt, in der alles mit nur einem Mausklick erhältlich ist. Wortwörtlich alles. (Altersempfehlung: ab 18 Jahren!)

DO. 22.6.17, 19 UHR, KLEINES HAUS
BURKINA FASO: ADJUG
É!
Tragische Familiengeschichte von Ildevert Meda & Luca Fusi über Kinderarbeit
Die Tragödie »Adjugé!« der Compagnie Théâtre Evasion erzählt die Geschichte eines Angestellten einer Zuckerproduktion, dem gekündigt wird, bevor er Anspruch auf Rente hat. Als Saisonarbeiter kann er sich zwischenzeitlich weiter verdingen, kann den wachsenden Schulden jedoch nicht entkommen. Seine Hoffnung, den eigenen Kindern ein besseres Leben bieten zu können, schwindet zusehends. Während der älteste Sohn bei seiner Reise in Richtung Westen vom großen Glück träumt und dabei umkommt, enden die jüngeren Geschwister schließlich als versklavte Arbeiter.

FR. 23.6.17, 19 UHR, WERKRAUM
DEUTSCHLAND: FOR SALE

Deutsch-rumänische Recherche über Kinderhandel von Clemens Bechtel
Ein junger Deutscher kehrt an seinen Geburtsort in Rumänien zurück, um von seiner biologischen Mutter den Preis seiner Adoption zu erfahren. In Niedersachsen zerlegt ein Bukarester Studentenpaar Rinderhälften im Akkord – sie verdienen einen Bruchteil der deutschen Kollegen, aber mehr als die moldawische Mutter, die neben ihnen am Fließband steht. Mit einem Team in Bukarest sammelte Clemens Bechtel in »For Sale« Geschichten wie diese, die ihren Anfang dort nehmen, wo Angebot auf Nachfrage trifft.

SA. 24.6.17, 19 UHR, KLEINES HAUS
RUMÄNIEN: VORBITI TACERE? / SPRECHEN SIE SCHWEIGEN?

Performance über prekäre Arbeit von Gianina Carbunariu
Inwieweit werden Würde und Entscheidungsfreiheit im An- und Verkaufsprozess von Arbeitskraft respektiert? Was definiert jeden einzelnen von uns abgesehen von der Kraft zu arbeiten? Das sind einige der Fragen, die das Projekt formuliert. Es ist ein Spiel mit Identitäten und Perspektiven, mit unsicheren und trügerischen Übersetzungen, die manchmal grausam und brutal, bisweilen in ihrer Absurdität aber auch amüsant sein können.

SA. 24.6.17, 16 UHR, KAMMERBÜHNEWAS BIN ICH WERT?
Eine Reise in die Welt der Menschenwertberechner
Vortrag und Gespräch von Jörn Klare, Journalist und Autor

Nähere Infos finden Sie unter: www.human-trade-network.com und in beiliegendem Falter!

In Zusammenarbeit mit: Amnesty International / Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes & Rumänisches Kulturinstitut Berlin