Vorträge / Lectures

Die praxisorientierte TANZVERMITTLUNG wird auch in dieser Spielzeit ergänzt durch spannende VORTRÄGE namhafter Tanz- und Performancewissenschaftler_innen. Darunter ein neurowissenschaftlicher WORKSHOP/VORTRAG, der auf theoretischer wie auch auf physischer Ebene das Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung, Bewegung und Tanz vermittelt. Gemeinsame Diskussionen schließen die Veranstaltungen ab.


A focus on practice is complemented by a variety of LECTURES by renowned dance and performance theoreticians. Among them a WORKSHOP/LECTURE on neuroscience and dance, that reveals the interaction of visual perception, movement and dance on a theoretical as well as a physical level. A joint discussion and questions follow the LECTURES.

 

Vortrag I / 16/11/2019 // Bernhard Siebert (DE)

Vortrag I / Lecture I // Bernhard Siebert (DE) - Institut fur Angewandte Theaterwissenschaft Gießen


ZUR AKTUELLEN ARBEIT VON JONAS & LANDER UND ZU KÖRPERVERWÜRFEN IM TANZ

16.11.2019 // 18.00 Uhr // TheaterBar

Mit LENTO E LARGO bringt das portugiesische Choreografie- und Tanz-Duo Jonas & Lander ein Stück nach Freiburg, das mit dem Roboterhaften der Bewegungen, mit dem Programmierten spielt. Der Roboter ist eine Figur, die seit ihrer Erfindung durch Karel Capek vor 99 Jahren ihren Siegeszug durch Literatur, Film und Popkultur angetreten hat – wie kann sie jetzt, im Zeitalter der Digitalisierung, im Tanz neu gelesen werden? Einleitend zum Stück findet der Vortrag direkt vor der Performance statt.

Auf Deutsch.


DANCE OF ROBOTS ON THE CURRENT WORK OF JONAS & LANDER AND BODILY REJECTIONS IN DANCE LENTO E LARGO – the latest creation of the Portuguese choreography and dance duo Jonas & Lander – plays with robotic movements, with automatons, with entities that are programmed. Invented by Karel Capek 99 years ago, the robot-figure has made its triumphant sweep through literature, film and pop culture – how can it be conceived anew in dance in the age of digitization? The lecture will take place directly before the performance.

In German language.

Vortrag II / 07/02/2020 // Dr. Eliane Beaufils (FR)

Vortrag II / Lecture II // Dr. Eliane Beaufils (FR) - Universität Paris 8

THEATER UND KLIMAWANDEL

07.02.2020 // 18.00 Uhr // TheaterBar

Angesichts der Unermesslichkeit des Klimawandels und der Unbestimmtheit des menschlichen Überlebens, ist vielleicht jeder Versuch, der Katastrophe mit Kunst zu begegnen, grotesk. Man könnte jedoch damit argumentieren, dass die Merkmale der Erderwärmung das Denken zutiefst herausfordern: Sie ist zugleich allgegenwärtig und wenig bei uns zu beobachten, prozessual und stellt unser temporales Vorstellungsvermögen auf den Prufstand, und fordert unser ethisches Bewusstsein heraus. Gerade deswegen sind Visualisierungen und die Entwicklung von Empathien willkommen. Tanz und Theater verstehen sich nicht nur als Repräsentationsraum, sondern oft als Labor. Die Bühne kann einen Versuchsraum darbieten für das Erfinden und Testen neuer Gestaltungsformen und für die Erkundung und Erprobung neuer Relationalitäten, die über bestehende Relationen und Vorstellungen hinausgehen. Theater kann also als Chance begriffen werden, das Denken und die Antwortfähigkeit auf den Klimawandel zu fördern und zu erproben.

Auf Deutsch.


THEATRE AND CLIMATE CHANGE Considering the immensity of climate change and the uncertainty of human survival, every attempt to counter the pending catastrophe with art might be considered grotesque. However, one could argue that the characteristics of global warming deeply challenge thought: it is both omnipresent but hard to observe in our daily life; it is processual as well as scrutinizing our temporal imagination; and it challenges our ethical consciousness. For this very reason, visualizations and the development of empathy in theatre are welcome. Yet dance and theatre are not just a representational space but they often function as laboratories. The stage can offer an experimental space of intervention, trying out new forms and exploring new relationalities that go beyond existing relationships and perceptions. Hence, theatre can be seen as a chance to encourage and test our ways of thinking and our responsiveness to climate change.

In German language.