Großes Haus

Das schlaue Füchslein

Zum letzten Mal // Oper von Leoš Janáček

Vielleicht war es ja dieses eine Bild aus der mehr als 200 Bilder umfassenden Sammlung des bekannten Zeichners Stanislav Lolek, das Leoš Janáček den ultimativen Reiz der Füchsin mit einem Schlag vor Augen geführt hat? Da steht sie, die Füchsin, in ausdrucksstarker Pose: keck und kraftvoll, furchtlos herausfordernd, angstbefreit und siegesgewiss. Beeindruckt wird er gewesen sein, von so viel Selbstgewissheit inmitten des dichten Blätter-Waldes. Darauf aufmerksam gemacht hat ihn wohl Marie Stejskalová, seine Haushälterin, so will es jedenfalls die Anekdote: Von einem lauten Auflachen im Nebenzimmer angezogen, soll der ruheliebende Komponist den ersten Hinweis auf die beliebte Bildergeschichte bekommen haben, die seit einiger Zeit in Fortsetzungen in der Brünner Tageszeitung erschienen war. Sein Interesse war geweckt. Janáček setzte einen Comic-Strip in Töne, der unter dem Titel DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN auf den Bühnen der Welt heimisch werden sollte.

Schlau ist sie also dazu, Janáčeks Füchsin, davon spricht der eingedeutschte Titel. Die genaue Übersetzung des tschechischen Originals fügt dem die Verheißung von Abenteuern hinzu, in denen die Füchsin mal aufrührerisch und subversiv agiert, mal zärtlich und träumerisch reagiert. Nicht gleichzeitig, doch immer authentisch: Sie ist das pure Leben. Und das ist maximal faszinierend für den ihr hinterherjagenden Förster, der verzweifelt nach einem Leben sucht, das er verloren zu haben glaubt. Die Poesie der Wald-Bewohner ist den Waldrand-Bewohnern fremd geworden. Durch Janáčeks Sprachmelodien können wir die Tiere verstehen, wo die Menschen seiner Oper kein Gehör für sie haben.

Seitdem sie wieder in Freiheit lebt, sei sie erst Tier, erzählt die den Menschen entkommene Füchsin dem Fuchs, in dem sie das Ideal ihrer Liebeserfüllung findet. Davon sind die Menschen weit entfernt. Sie hinken dem Vergangenen hinterher, den verpatzen Chancen und ruinierten Gelegenheiten. Und also ringen sie mit aller Kraft um einen Moment von Glück. Es ist dieses Ringen um Inspiration, dem die junge Regisseurin Kateryna Sokolova nachspürt. Mitsamt den Ausschlägen zwischen Ge-waltausübung und Unterwerfung, Sehnsucht und Glückserfüllung, die Janáček so einzigartig in Musik gesetzt hat. In welche Gefilde die menschliche Inspiration vorzudringen vermag, zeigt uns Leoš Janáček – und prescht mit seiner wundervollen Musik voran.

Vielleicht war es ja dieses eine Bild aus der mehr als 200 Bilder umfassenden Sammlung des bekannten Zeichners Stanislav Lolek, das Leoš Janáček den ultimativen Reiz der Füchsin mit einem Schlag vor Augen geführt hat? Da steht sie, die Füchsin, in ausdrucksstarker Pose: keck und kraftvoll, furchtlos herausfordernd, angstbefreit und siegesgewiss. Beeindruckt wird er gewesen sein, von so viel Selbstgewissheit inmitten des dichten Blätter-Waldes. Darauf aufmerksam gemacht hat ihn wohl Marie Stejskalová, seine Haushälterin, so will es jedenfalls die Anekdote: Von einem lauten Auflachen im Nebenzimmer angezogen, soll der ruheliebende Komponist den ersten Hinweis auf die beliebte Bildergeschichte bekommen haben, die seit einiger Zeit in Fortsetzungen in der Brünner Tageszeitung erschienen war. Sein Interesse war geweckt. Janáček setzte einen Comic-Strip in Töne, der unter dem Titel DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN auf den Bühnen der Welt heimisch werden sollte.

Schlau ist sie also dazu, Janáčeks Füchsin ...

Musiktheater

Mitwirkende

Musikalische Leitung Thomas Schmieger // Regie Kateryna Sokolova // Bühne Nikolaus Webern // Kostüme Constanza Meza-Lopehandia // Licht Dorothee Hoff // Ton Achim Vogel // Chordirektor Norbert Kleinschmidt // Dramaturgie Heiko Voss // Mit Michael Borth (Förster), Samantha Gaul (Füchslein Schlaukopf), Inga Schäfer (Fuchs), Charis Peden (Försterin / Eule), Junbum Lee (Schulmeister / Mucke), Jin Seok Lee (Pfarrer / Dachs), Hans Gröning (Haraschta), Seungwon Choi (Gastwirt), Inga Schäfer (Gastwirtin / Dackel Lapak), Kyoung-Eun Lee (Pepik), Elisabeth Birgmeier (Frantik), Anja Steinert (Hahn), Janina Staub (Schopfhenne / Specht / Eichelhäher), Jelena Milovic, Margarete Nüßlein (Hennen), Rose Stock (Grille), Marietta Schantz (Heuschreck), Tim Steinberger (Frosch), Ella Imberi (Fuchsjunges), Opernchor des Theater Freiburg, Kinder- und Jugendchor des Theater Freiburg, Philharmonisches Orchester Freiburg //

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"Ein gutes Stichwort, denn an diesem Punkt zeigt sich, weshalb Kateryna Sokolovas und Fabrice Bollons Interpretationen so gut miteinander harmonieren. Der Kunstgriff der Regisseurin besteht eben darin, dass sie die Handlung als Film erzählt. Nicht als Tierfilm, eher als eine Geschichte um das Drumherum, die Welt der Filmschaffenden und deren Macht und Ohnmacht. Das Abhängigkeitsverhältnis der beiden zentralen Protagonisten spiegelt sie in die glamouröse Welt des US-Kinos der 1950er Jahre hinein. Und plötzlich ist auch eine Causa wie jene des wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochenen Harvey Weinstein präsent. Bei Sokolova ist der Förster Autor, Produzent und Regisseur, das Füchslein eine Lolita auf dem Weg zum Star." (Alexander Dick, Badische Zeitung, 03. Oktober 2021) Zur vollständigen Rezension geht es hier

"Samantha Gaul spielt diese Inkarnation der verführerischen, abenteuerlustigen Jugend perfekt und sieht im ziegelroten Petticoat (Kostüme: Constanza Meza-Lopehandia) wie eine inspirierende Mischung aus Mary Poppins und der blutjungen Grace Kelly aus. Ihr zauberhaft, zarter, kindlich heller und doch warm unterfütterter Sopran ist wie geschaffen für die Titelpartie. Vokale Idealbesetzungen allenthalben: Ob Michael Borth, der dem Förster seinen flexiblen und kraftvollen Bariton schenkt; ob Irina Jae Eun Park, die dem Fuchs Goldrücken juvenil männlichen Mezzosopran-Charme verleiht; ob Anja Jung als taffe Försterstfrau und Eule, ob Juan Orozco als rustikaler Haraschta, Junbum Lee als Schulmeister und Mücke, Jin Seok Lee als charaktervoller Pfarrer und Dachs, Inga Schäfer als herausfordernde Wirtin und Dackel oder Seungwon Choi – sie alle, der Kinderchor (Thomas Schmieger) und der Theaterchor (Norbert Kleinschmidt) unterstreichen am Premierenabend eines eindrucksvoll: Das Musiktheater bekommt seinen Sinn durch das feinsinnige Miteinander. Dazu gehört auch das Publikum – und dessen Jubel macht die Pandemie (fast vergessen)." (Alexander Dick, Badische Zeitung, 03. Oktober 2021) Zur vollständigen Rezension geht es hier

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